Griechenland – Wie frei von Hausverstand sind EntscheidungsträgerInnen?

Jetzt herrscht große Aufregung – bei Politikern und Ökonomen ohne Hausverstand

In Griechenland wurde gewählt und die Linken haben gewonnen.
Soweit so gut, sagen die einen, soweit so schlecht, sagen die anderen. 

Jetzt geben sich die europäischen Politiker und Ökonomen alarmiert, da sich nun die Griechen den extremen menschenverachtenden Sparkurs nicht mehr gefallen lassen wollen.
Wie überraschend!
Welche unvorhersehbare Überraschung für Menschen ohne Hausverstand!
Es stellt sich für mich die Frage: Wie dumm sind alle aufgeregten Beteiligten?

Hier muss man zwei Kategorien unterscheiden:

Akademiker und EntscheidungsträgerInnen mit Hausverstand und Akademiker und EntscheidungsträgerInnen ohne.

Der Hausverstand kann als systemisches Denken bezeichnet werden, inwieweit jemand in der Lage ist auch außerhalb seiner (wissenschaftlich) streng definierten Grenzen zu denken und „alles“ was davon bekannterweise betroffen sein könnte einzubeziehen. Welche Auswirkungen haben Entscheidungen, die ich treffe? Welche Bereiche sind ebenfalls von meinen Entscheidungen betroffen. Systemisches Denken braucht Lebenserfahrung und Weisheit.

Weisheit wiederum ist systemisches Denken mit der Kraft des Herzens. Wie fühlt sich die Entscheidung an und ist sie den Betroffenen zumutbar? Es kommt also bei der Weisheit zum Hausverstand noch ein sehr gut entwickeltes „Herz“ dazu.

Für die herzbefreiten AkademikerInnen, also für solche akademischen AbsolventInnen, die für die Erreichung ihres Abschlusses aus wissenschaftlichen Gründen auf ihr Herz verzichten mussten, da es ja nicht wissenschaftlich begründbar ist und die es nach dem Studium auch nicht mehr wiedergefunden haben, zur Erklärung:
Das Herz ist das intuitive ganzheitliche Gefühl, das einen Menschen mit dem Großen Ganzen verbindet und Entscheidungen auch jenseits von eingeschränkten Informationen und relativem Wissen leitet und ihn im Wesentlichen ausmacht.

Wie steht es also um Griechenland, das sich jetzt Anfang 2015 so darstellt:

    • Es sind mehr als 60 % der griechischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 30 arbeitslos, aber die Rückzahlungsraten an die ausländischen Banken wurden von der Regierung Samaras und der Troika für die ausländischen Banken zufriedenstellend geregelt. Die Banken – (too big to fail) – konnten aufatmen.
    • Die jungen AbsolventInnen der griechischen Universitäten müssen ins Ausland gehen, da es in Griechenland auf Jahre hinaus keine qualifizierte aber auch keine unqualifizierte Arbeit gibt.
    • Mehr als die Hälfte der griechischen ArbeitnehmerInnen haben ihre Jobs verloren, aber die Rückzahlungsraten an die Banken werden erfüllt.
    • Die griechischen Profiteure der verschwundenen europäischen Milliarden haben ihr Geld in die Schweiz geschafft und bleiben weitgehend unbehelligt.
    • Das staatliche Fernsehen wurde als zu systemkritisch empfunden und von der Regierung geschlossen.
    • Es herrscht eine unglaubliche und staatlich verordnete Armut in Griechenland.
    • Zahlreiche staatliche Einrichtungen wurden aus Spargründen geschlossen, die ehemaligen Beschäftigten sind arbeitslos.
    • Die Gesundheitsversorgung wurde sehr eingeschränkt,
    • die Pensionen wurden gekürzt,
    • die Gehälter der Beamten wurden auf einen lächerlichen Betrag zurückgefahren,
    • mehr als 50% der Beamten wurden entlassen.
    • Viele private Firmen zahlen ihren Mitarbeitern seit Monaten keine Gehälter mehr aus, da der Staat auch keine Rechnungen an Auftragsgeber zahlt und so der Zahlungs-Zyklus unterbrochen wurde.
    • Die Menschen gehen dennoch jeden Tag zur Arbeit und haben teilweise schon seit 6 Monaten kein Gehalt ausbezahlt bekommen, kommen aber täglich wieder zur Arbeit, da sie sich im Gegenteil zum Heer der Arbeitslosen noch eine kleine Hoffnung ausmalen, dass es in Zukunft vielleicht doch eine kleine Chance gibt, mit ihrem aufrechten Job Geld verdienen könnten. Diese Tatsache steht in keiner Statistik für Arbeitslose.

Aber die Rückzahlungsraten in Milliardenhöhe an die Banken werden bis heute von der Regierung Samaras fristgerecht bedient. Es sind bis jetzt 200 Milliarden Euro von Europa nach Griechenland geflossen, davon wurden 95% zur Rückzahlung verwendet. Dennoch hat sich der internationale Schuldenstand der Griechen auch wegen der Zinsen von 130% Staatsverschuldung des BIP seit dem Beginn 2010 auf derzeit (Anfang 2015) 175% des BIP erhöht. Es gibt also keine Chance diese Schulden auch mittels größter Entbehrungen der Bevölkerung jemals zurückzuzahlen.

Was sagt der normale Hausverstand in so einer Lage? Werden die unter dem Existenzminimum leidenden griechische Menschen die nächsten 45 Jahre still bleiben und sich das gefallen lassen?

Ohne Prophet zu sein und für diejenigen Leser ohne Hausverstand meine Antwort: N E I N!

Die Griechen haben mit Alexis Tsipras, den „gefährlichsten Mann Europas“, am 25.1.2015 einen noch ungewissen Ausweg gewählt.

Doch lieber ein ungewisser Ausgang als ein sicherer Untergang, auch das sagt einem der Hausverstand.

Was ist geschehen?

      1. Vor mehr als 13 Jahren wurden die Finanz-Daten der Griechen von den damaligen verantwortungslosen griechischen Politikern und Beamten sehr geschönt, um den Beitrittskriterien zum Euro zu gehorchen und am prestigereichen Europrojekt teilnehmen zu können.
      2. Die verantwortungslosen europäischen Politiker, unter ihnen auch Helmut Kohl, welche die Einführung des Euro initiiert hatten, haben mit ihren inkompetenten Finanzexperten die Daten aus Griechenland geprüft und für richtig befunden, sodass Griechenland beim Eurostart 2002 dabei sein konnte.
      3. Da sind (nicht nur bei den Finanz-Daten aus Griechenland) die zwei richtigen zusammen gekommen.
      4. 1. die hoffnungsfrohen griechischen Phantasten und
      5. 2. die anonymen europäischen inkompetenten Prüfer, welche die phantastischen Daten Griechenlands prüften.
      6. Ähnliches hat auch bei den geschönten Finanz-Daten von Portugal, Spanien und Italien stattgefunden.

Ein exemplarisch wunderbares Studienbeispiel für interkulturelle Inkompetenz aller damit betrauten Politiker und Finanz-Beamten der europäischen Union.
Heute schreiben wir 2015 und es gibt nach wie vor diese Inkompetenz der europäischen Prüfer (welche der unverantwortlichen Politiker und die der unverantwortlichen Beamten in Brüssel) im interkulturellen Zusammenspiel der europäischen Staaten.
Haben diese hirnbefreiten Politiker und EU-Bürokraten der Kommission tatsächlich geglaubt, dass die Daten der Euro-Kandidaten aus den südlichen europäischen Staaten immer eins zu eins richtig sind?

Jeder Reisende in den Süden Europas weiß schon aus seinen Urlaubserfahrungen, dass er seine Rechnungen sorgfältig überprüfen muss und meistens muss er auch das Datum von der Rechnung wieder abziehen. Warum sollte dieses Verhalten bei offiziellen Staatsberichten anders sein? Da wird doch ganz offiziell ein genauso opportunes Verhalten wie auf privater Ebene gezeigt. Ja noch viel mehr, da die Regierungen permanent unter dem Druck stehen sich in der Öffentlichkeit – beim Wähler – besonders erfolgreich verkaufen zu müssen und Brüssel will auch nur Erfolgsmeldungen hören. Die Finanz-Daten kommen da genau recht. So werden auch von unseren Ministerien Finanz-Firmen und Holdings gegründet, um damit die Autobahnen oder ähnliches zu verwalten und zu finanzieren, sie werden halboffiziell ausgegliedert oder auf Länderebene versteckt, um die damit verbundenen Schulden in Milliardenhöhe nicht den offiziellen Staatsschulden zuschreiben zu müssen.

Doch Hand aufs Herz, jetzt wird es spannend, jetzt zeigt sich wie viel Geld die EZB (Europäische Zentralbank), wie viel Herr Mario Draghi Euro-Milliarden extra drucken muss, um den sich anbahnenden Schlamassel wieder aufzufangen. Denn der Weg der normalen Rückzahlung ist beendet, denn auch Griechenland ist „too big to fail“. Es handelt sich doch beim Geld nur um farbiges Papier, das beliebig gedruckt werden kann, so wie es uns die US-Amerikaner schon seit fast zwei Jahren vorzeigen, und der Kurs des Dollars steigt und steigt und steigt. Denn die Amerikaner würden keine Ebsenzähler der alten Schule wie Herrn Schäuble in der Regierung zulassen, da sind weltweit neue Geld-Phantasien gefragt. Übrigens, die USA und auch GB könnten auf Grund ihrer riesigen Staatsschulden niemals Mitglied in Euroland werden. Was schert es die USA, was schert es Großbritannien, sie sind international wirtschaftlich sehr erfolgreich und der Dollar und das Pfund sind nicht in Gefahr, nur Herr Schäuble, ein Rechenmeister alter Schule springt im Quadrat, wenn er davon hört, ist er doch ein (letzter?) Gläubiger des alten Systems und macht es uns allen dadurch immer schwerer und schwerer. Vielleicht ist er doch schon zu alt für diesen Job? Herr Schäuble: Nach dem Krieg hat Deutschland ebenfalls mit einer schwarzen Null begonnen und aus der Reichsmark die D-Mark gemacht und niemandem irgendetwas zurückgezahlt. Sicherlich, Hitler hat mit dem Drucken der Reichsmark finanztechnisch sehr übertrieben und in seinen wahnsinnigen 12 Jahren an der Macht Geld im voraus für 67 Jahresbudgets drucken lassen, was den deutschen und auch den österreichischen kurzfristigen Wirtschaftsaufschwung begründete und in einer Hyperinflation endete, wo man dann mit 10 Milliarden Reichsmark ein Kilogramm Fleisch kaufen konnte. Ist das ihr Jugend-Trauma, sind das auch ihre Ängste für das ungedeckte Drucken von Euros Herr Schäuble?

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